Bei der Baustelle Bramscher Straße an der Haster Mühle in Osnabrück handelt es sich nicht…
30.01.2017
Mit Hochdruck in den Kanal
Lesedauer des Artikels: 2.49 Minuten
30.01.2017
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Alltägliche Arbeit für die Experten der Stadtwerke Osnabrück und der SWO Netz GmbH, die das gesamte Osnabrücker Kanalnetz – immerhin mehr als 1.100 Kilometer – regelmäßig auf seinen Zustand überprüfen und im Bedarfsfall ausbessern. Und doch ist jede Kanalsanierung irgendwie besonders, weiß auch Ingo Kurz, Mitarbeiter im Kanalbau bei der SWO Netz GmbH:
»In diesem Fall sind die Größe der Baumaßnahme und die Vorbereitungen für die eigentliche Kanalsanierung beachtlich.«
Denn um den Kanal – der mit einer Größe von 1,20 Meter Höhe und 80 Zentimeter Breite zu den größeren in Osnabrück zählt – im Vorfeld von Ablagerungen zu befreien, werden starke Geschütze aufgefahren. Zum Einsatz kommt ein ferngesteuerter Kanalreinigungsroboter der Firma Mauerspecht, die solche Probleme europaweit behebt. Der Roboter arbeitet mittels Höchstdruck-Wasserstrahlen und wird so zum ersten Mal in Osnabrück eingesetzt. Um harte Ablagerungen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, zu entfernen, nutzt der Roboter einen rotierenden Wasserstrahl mit bis zu 2.500 bar Druck. Ablagerungen werden so quasi herausgeschnitten. Zum Vergleich: Ein Spülwagen – der normalerweise zum Reinigen der Kanäle eingesetzt wird – erreicht einen Druck von 120 bar.
„In den Kanälen setzt sich im Laufe der Zeit so einiges ab“, so der Experte. Beton- und Kalkablagerungen, Verwurzelungen, aber auch Essensreste, Fette oder Hygieneartikel, die unsachgemäß über den Abfluss entsorgt wurden.
»Diese müssen regelmäßig entfernt werden, da sie den Durchmesser des Kanals verringern und so im schlimmsten Fall zu Verstopfungen führen«, erklärt Ingo Kurz.
„Harten Ablagerungen rücken wir normalerweise mit einer Fräse oder – bei größeren Kanälen wie in diesem Fall – dann auch schon einmal mit Höchstdruck-Wasserstrahlen zu Leibe." Die Reinigung des Kanals im Vorfeld der Sanierung ist zusätzlich wichtig, damit der tatsächliche Umfang des gereinigten Kanals mittels Lasergerät berechnet werden kann. Auf Basis dieser Daten wird anschließend die Größe des Schlauchliners ermittelt – ein dehnbarer Schlauch aus – in verschiedenen Harzen getränktem – Glasfaser-Kunststoff-Material, der in den Kanal eingezogen wird. Mittels Luftdruck oder Wasser aufgestellt passt er sich perfekt an die Kanalwand an und wird mittels Heißdampf oder UV-Licht ausgehärtet. Weiterer Vorteil: Schlauchliner ermöglichen eine grabenlose Bauweise, da in der Regel der Zugang in den Kanal über Revisionsschächte ausreicht. Das macht das Verfahren – das unter anderem auch an der Bramscher Straße eingesetzt wird – im Vergleich zu anderen Sanierungen besonders schnell und schont den Straßenverkehr. „Vorbereitung ist hier sehr wichtig“, fügt Ingo Kurz hinzu.
Die SWO Netz GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück und für die Planung, den Bau und den Betrieb der Infrastrukturnetze im Stadtgebiet zuständig. Das umfasst die Sparten Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation sowie Straßenbeleuchtung.
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18 Kommentare
Tuula Lipponen
25. Mai 2023 um 13:04
Danke für den spannenden Beitrag. Gut zu wissen, dass für diese Art von Reinigung auch Roboter eingesetzt werden können. Ich möchte den Kanal unter meinem Gewerbe ebenfalls reinigen lassen. Für die Kanalsanierung wende ich mich nächste Woche an einen geeigneten Profi.
Wolfgang
30. März 2023 um 11:57
Dieses Verfahren mit den Schlauchlinern, das besonders schnell gehen und den Straßenverkehr schonen soll, finde ich super. Bei uns in der Straße haben neulich auch Schachtdeckelsanierungen stattgefunden. Zum Glück wurde aber alles schnell über die Bühne gebracht.
Lotta
16. September 2022 um 16:41
Ich habe mir jetzt schon einige Beiträge zum Thema Kanalsanierung durchgelesen. Ich muss sagen, dass ich das Thema spannend finde. Es gibt so viele Arten innen Kanals von Schmutz zu befreien.
nina
27. Juni 2022 um 18:56
Wir hatten eine Rohrverstopfung. Dank des Beitrags weiß ich, dass diese mit Hochdruck entfernt wurde. Wir werden jetzt eine Inliner-Sanierung machen lassen.
Dennis Becker
23. April 2022 um 22:45
Mein Onkel ist derzeit auf der Suche nach einer Kanalreinigung. Dabei ist es gut zu wissen, dass Kanalnetze über 1000km groß sein können. Ich hoffe, dass er einen passenden Anbieter finden wird.
Mario Schwarz
24. Januar 2022 um 10:14
Interessant zu erfahren, wie die Sanierungsarbeiten eines Schmutzwasserkanals im Detail vonstattengehen. In meinem Haus ist seit gestern ein Kanal verstopft und muss diesen schnellstens wieder freibekommen. Hoffentlich finde ich dafür noch heute ein gutes Unternehmen für die Kanalsanierung.
Anastasia Frühauf
8. Dezember 2021 um 11:31
Ich wusste nie, wie Kanalverstopfungen wirklich weggemacht werden. Interessant, dass bei harten Ablagerungen normalerweise mit einer Fräse oder auch mit Höchstdruck-Wasserstrahlen gearbeitet wird. Ich würde das aber das Unternehmen für Kanalsanierung entscheiden lassen.
antonschneider1984@gmail.com
9. November 2021 um 22:01
Interessant, dass ein Spülwagen, der zum Kanal reinigen eingesetzt wird, 120 bar Druck erzeugt. Ich kann mir vorstellen, dass dabei kaum Schmutz überbleibt. Es ist schön zu lesen, dass Deutschland mit Hochdruck sauber gehalten wird.
Andreas Lampe
25. Oktober 2021 um 12:22
Vielen Dank für diesen Beitrag zur Rohrsanierung. Gut zu wissen, dass diese manchmal durchgeführt werden muss, da Arbeiten anstehen oder sich Verschmutzungen abgesetzt haben. Wir haben bei uns auch ein Rohr, das uns Sorgen bereitet, deswegen schauen wir gerade, was wir diesbezüglich machen können.
Thomas Karbowski
15. Juli 2021 um 13:33
Gut zu wissen, dass der vorgestellte Roboter einen rotierenden Wasserstrahl mit bis zu 2.500 bar Hochdruck nutzt, um harte Ablagerungen aus dem Kanal zu entfernen. Mein Onkel möchte die harten Ablagerungen aus dem Abfluss in seiner Küche entfernen. Er möchte sich auch einen solchen Roboter anschaffen, der mit Hochdruck solche Ablagerungen benutzt.
estefaniagarosz@gmail.com
20. Dezember 2019 um 8:41
Wie Sie bereits sagen, sind die Umfänge für diese Kanalsanierung mit über 1100 km und des generellen Volumens des Kanals sehr groß. Ich denke, dass dies viel Aufwand und Arbeitszeit nötig machen wird. Allerdings scheint der Roboter mit dem Hochdruck-Wasserstrahl eine gute Hilfe zu sein.
Oscar Albrecht
14. Dezember 2019 um 13:18
Die Kanalsanierung ist für mich echt eine interessante Angelegenheit. Es muss sich in den Kanälen so viel festsetzen über einen bestimmten Zeitraum hinweg, dass die regelmäßige gründliche Sanierung notwendig ist. Ich möchte gar nicht wissen, was passiert, wenn ein Kanal komplett verstopft ist.
Svenbucher991@gmail.com
23. Oktober 2019 um 16:57
Mit dem richtigen Druck kann man sogar Industrie Werkstücke bearbeiten oder teilen (Wasserstrahlschneiden). Das mit ähnlichem Hochdruck auch in der Reinigung von Kanälen gearbeitet wird, überrascht mich daher weniger. Den Druck von 120 bar, welchen sie angeben, kann man sich kaum noch vorstellen. Man sollte zum Vergleich den Autoreifen mit etwa 2 bar vor Augen haben. Vielen Dank.
Lisa Hoff
28. Oktober 2019 um 11:51
Hallo Sven, danke für den Vergleich. Das macht die Dimensionen auf jeden Fall noch einmal deutlich 🙂
Helga
26. Oktober 2018 um 16:55
Danke für den Beitrag! Ich habe erst begriffen, wie schwierig die Kanalreinigung läuft! Bei uns wurde aber die Wasserleitung nach 30 Jahren renoviert, mittels duktiler Pfähle. Ganz praktisch! Die Verbindungen gründlich befestigt ! Danke für lehrreiche Infos!
Moritz P.
22. Januar 2018 um 16:43
Spannender Artikel!
Ich kann mir das schon gut vorstellen, dass sich in den Kanälen so einiges festsetzt (wie vom Experten Herr Kurz beschrieben). Immerhin fließt auch sehr viel täglich (!) durch unsere Kanäle. Solche Arbeiten wertschätze ich sehr, denn viele würden sowas nicht unbedingt machen wollen. Mein größter Respekt widme ich denen, die sich mit der Reinigung der Kanäle beschäftigen! Wirklich.
Zudem finde ich das Vorgehen auch ziemlich spannend. Mit Hochdruck in den Kanal. Wahnsinn, oder? Man muss sich mal vor Augen führen, welche Kraft Wasser bekommt, wenn man es mit viel Druck durch eine kleine Öffnung „presst“. Jeder der schon mal einen Kärcher in der Hand hatte, weiß wovon ich rede. Ich vermute, dass diese Apparaturen für die städtischen Kanäle noch mehr „Wums“ haben. Um den etwas festgesetzten Dreck wegzubekommen, braucht man schon ordentlich Kraft. Man kann ja so viel Druck auf das Wasser führen, dass man damit sogar schneiden kann. Das sogenannte Wasserstrahlschneiden. Besonders in der Industrie sehr beliebt, um Werkstoffe jeglicher Art auf eine umweltschonende Art zu schneiden.
Vielen Dank für den Artikel. Schön, wenn man täglich was Neues lernen kann. VG.
Viktoria Maisner
29. Mai 2017 um 13:05
Hallo zusammen,
vielen lieben Dank für den spannenden und hilfreichen Artikel. Ich musste gar nicht, dass man den Kanal regelmäßig reinigen muss. Bisher dachte ich, dass er sich durch Regenwasser etc. von alleine reinigt. Jetzt weiß ich Bescheid, wenn ich das nächste Mal beobachte, wie ein Kanal gereinigt wird.
Lisa Rosenbaum
19. Mai 2017 um 10:35
In unserer Gegend kam es neulich auch zur Schachtdeckelsanierung. Die Straßen waren abgesperrt, da die Deckel alle offen waren und es gefährlich gewesen wäre. Nichtsdestotrotz kam ein starker Geruch auf, der zwei Tage lang anhielt.