Schmutzwasserkanäle müssen regelmäßig gereinigt werden. An der Pagenstecher Straße kommt hierfür jetzt eine spezielle Technik…
22.06.2017
Ordentlich was los auf und unter der Schlachthofstraße
Lesedauer des Artikels: 2.97 Minuten
22.06.2017
Lesedauer des Artikels: 2.97 Minuten
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Da war ordentlich was los auf und unter der Schlachthofstraße. Doch seit letzter Woche erinnert nichts mehr an die aufwendigen Kanalbauarbeiten, die von April 2016 bis jetzt die Mitarbeiter der SWO Netz GmbH auf Trab gehalten haben. Kanalarbeiten gehören zwar zur alltäglichen Routine von Daniela Fiege, Leiterin Kanalbau bei der SWO Netz GmbH, und ihren Kollegen, trotzdem hat jede Baustelle so ihre Herausforderungen: In diesem Fall gleich mehrere – unter- und oberirdisch. Wir lassen noch einmal Revue passieren...
In der Schlachthofstraße bestand Handlungsbedarf: Der über 100 Jahre alte Schmutzwasserkanal war in einem schlechten Zustand, gleichzeitig sollte der Kanaldurchmesser von 20 bzw. 25 auf 60 Zentimeter vergrößert werden, um weitere Schmutzwassermengen aus anderen Gebieten aufnehmen zu können. Bei den Planungen für die Baumaßnahme wurde allen Beteiligten schnell klar: Einfach wird das nicht, denn die Rahmenbedingungen waren durchaus anspruchsvoll. Als einzige Zufahrtsstraße für den Lieferverkehr zu Kabelmetall (KME) und im weiteren Verlauf auch zur Halle Gartlage, ist täglich viel los auf der Schlachthofstraße. Das heißt im Umkehrschluss: Eine offene Bauweise – bei der die Straße komplett ausgehoben werden muss – kam nicht infrage. Auch, um den alten Baumbestand links und rechts, der der Schlachthofstraße ihren typischen Charakter verleiht, nicht zu gefährden.
Doch auch das Innenleben der Schlachthofstraße hat es in sich: Unter der Erde sorgen gleich mehrere größere Versorgungsleitungen für wenig Platz zum Arbeiten. Und als wäre das nicht genug, verläuft an dieser Stelle auch der Sandbach unterirdisch durch ein gemauertes Haubenprofil (1714/1500 Zentimeter)...
Die Lösung: Unterirdisches Bauen – ein sogenannter Rohrvortrieb (Microtunnelling), bei dem der neue Kanal mithilfe von Vortriebsmaschinen – eine Art Bohrer – abschnittsweise unterirdisch von Schacht zu Schacht vorgetrieben wird.
Die Schächte wurden im Vorfeld sieben Meter tief in den Untergrund abgesenkt – in jedem Fall Millimeterarbeit, denn weder der verrohrte Teil des Sandbachs, noch die sensiblen Versorgungsleitungen durften dabei beschädigt werden. Zur Vermeidung von Grundbrüchen im Erdreich* bzw. Störungen in der Vortriebszone wurden die Schächte mit einem speziellen Stützmittel (Bentonitsuspension) befüllt und abgesenkt.
*Unter Grundbruch versteht man einen Vorgang, bei dem es durch strömendes Grundwasser zu einer plötzlichen Bodenbewegung kommt. In diesem Fall würde der Boden außerhalb des Schachtes absacken und im Schacht durch das Grundwasser wieder eingespült werden.
Im August 2016 hieß es dann erstmals: Einsatz für die Industrietaucher – denn nachdem die Zieltiefe der Schächte und damit auch des Kanals erreicht war, musste das überschüssige Bentonit wieder entfernt und die Sohle des Schachtes mit Unterwasserbeton befüllt werden. Hört sich leichter an als es ist, denn das Ganze passierte in sieben Meter Tiefe und in völliger Dunkelheit – denn die Sicht in dem trüben Wasser ist gleich null. Die Taucher mussten sich auf ihre Erfahrung verlassen. Auch für Daniela Fiege rückblickend ein Highlight:
»Das bekomme ich auch nicht alle Tage zu sehen und macht diese Baumaßnahme nochmal zu etwas ganz Besonderem.«
Zum Fachartikel geht es hier.
Alter der Kanäle: ca. 100 Jahre
Gesamtlänge: ca. 850 Meter
Dauer der Maßnahme: April 2016 bis Juni 2017
Die SWO Netz GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück und für die Planung, den Bau und den Betrieb der Infrastrukturnetze im Stadtgebiet zuständig. Das umfasst die Sparten Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation sowie Straßenbeleuchtung.
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4 Kommentare
Lisa
12. August 2023 um 16:12
Es ist spannend zu erfahren, wie umfangreiche Kanalarbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur durchgeführt werden. Besonders interessant ist die Kanalinspektion, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Solche Projekte sind wichtig, um die Funktionalität und Sicherheit der Stadtinfrastruktur zu gewährleisten.
Lisa Hoff
27. September 2023 um 17:00
Das können wir so nur unterschreiben 🙂
Chris
27. Mai 2023 um 7:14
Ich bin sehr dankbar für die Mitarbeiter der Kanalsanierung. Es sollten noch mehr Beiträge über die Themen der alltäglichen Jobs geschrieben werden. Dann weiß man, was eigentlich den ganzen Tag so in unseren Städten passiert.
Kim
31. März 2023 um 17:07
Wow, so eine Kanalsanierung scheint eine große Sache zu sein. Erstaunlich, dass eine ganze Person in so einem Schacht Platz hat. Ich hoffe, dass der Kanal gut saniert werden konnte und die Arbeiten gut gelaufen sind.